Bittgebete zum Lebensschutz

   

Gebet junger Eltern für ihr Kind vor der Geburt

Herr und Gott, wir erwarten unser Kind. Wir möchten so gern, dass es ein gesundes und fröhliches Kind wird. Aber wir wollen es annehmen, wie Du es uns gibst. Nun bitten wir Dich: schenke ihm Deine Liebe. Wir wollen es schützen, so gut wir können, schon jetzt, da wir es erwarten. Hilf in der Stunde der Geburt. Wir wollen unser Kind aufnehmen in Deinem Namen und ihm den Weg zeigen, auf dem es Dich finden kann. Schenke ihm ein erfülltes und glückliches Leben, und laß es zum Segen werden für alle, die ihm begegnen. Nimm es allezeit in Deinen Schutz. [Gotteslob]





Gebet für das Lebensrecht des Menschen

Wir sind besorgt über den mit zunehmender Gottesferne der Menschen einhergehenden Werteverlust und über den Gleichmut vieler Christen bei dieser dramatischen Entwicklung. Weil wir geschwiegen haben, wo wir hätten reden sollen, sind wir mitschuldig geworden an all dem Unrecht, das heute geschieht. Wir bitten deshalb unseren Gott, vergib uns unser Schweigen, unsere Trägheit, die Chance der Freiheit zu nutzen. Hilf uns, mutig neue Schritte zu tun und unserem Volk Dein Wort zu verkündigen, aber auch praktisch mitzuhelfen, dass Menschen wieder Mut zum Leben finden.

  • Wir bitten Dich, laß den Stummen Schrei von über 110.000 ungeborenen Kindern, die jährlich in Deutschland getötet werden, an unser Ohr dringen, damit wir zu Buße und Umkehr kommen.
  • Wir bitten Dich um Schutz für Ehe und Familie und dass eine gute Schöpfungsordnung nicht länger in Frage gestellt wird.
  • Wir bitten Dich um Heilung von Ehen und Familien, wo dies not tut.
  • Wir bitten Dich, dass junge Menschen Mut fassen, Familie zu gründen.
  • Wir bitten Dich, dass Väter und Mütter ihrer Verantwortung für ihr vorgeburtliches Kind nachkommen und zu ihm stehen.
  • Wir bitten Dich, dass Schwangere nicht dem Druck vorgeburtlicher Untersuchungen ausgesetzt werden, die oft bei der Diagnose "Behinderung" zur Abtreibung führen.
  • Wir bitten Dich, dass die im medizinischen Bereich Tätigen sich allein ihrem Berufsethos verpflichtet fühlen, dem Leben und der Gesundheit zu dienen und dass diejenigen, die sich Abtreibungen verweigern, nicht allein gelassen werden.
  • Wir bitten Dich, dass Schwache, Alte, Kranke und Behinderte menschliche Zuwendung und die notwendige medizinische Versorgung erhalten und Sterbehilfe in Deutschland nicht zugelassen wird.
  • Wir bitten Dich, dass wissenschaftlicher Fortschritt zum Segen für die Menschen angewandt wird, das Machbare seine Grenze am Lebensrecht des Menschen findet und nicht zum Eingriff in die Schöpfung missbraucht wird.
  • Wir bitten Dich, die Politiker in Wahrheit und Verantwortung vor Dir und den Menschen zu leiten.
  • Wir bitten Dich, dass christliche Gemeinden sich die Lebensrechtsarbeit zu eigen machen und Schwangere und Familien in Not Geborgenheit und Hilfe in der Gemeinde erfahren.
  • Wir bitten Dich, dass sich Kirchenleiter mutig für eine alternative Beratung und praktische Hilfe für Schwangere einsetzen.
  • Wir bitten Dich, dass in den Kirchen und Gemeinden Menschen Wegweisung erfahren, die sich an Deinem Wort orientiert und dass auch Fürbitten für in Not geratene Schwangere gehalten werden.
  • Wir bitten Dich, dass Frauen, die abgetrieben haben, jetzt Hilfe finden.

Bewahre uns davor, den Stab über Menschen zu brechen, die keinen Mut haben, Leben zu schützen, weil sie den ewigen und unverlierbaren Wert des Lebens eines jeden Menschen nicht kennen. Bitte ermutige diese Menschen den Wert des Lebens zu erkennen und führe sie zu ersten Schritten des Lebensschutzes. Herr, Dir soll ganz neu unser Leben gehören. Zeig uns, wo wir für Dich tätig werden können. Zeig uns unseren Platz in deinem Plan. Herr wir bitten Dich: laß viele Menschen Dich entdecken, denn Du allein kannst zur Buße führen, kannst Vergebung, Heilung und Erneuerung schenken. [Treffen Christlicher Lebensrecht Gruppen 2000]

   



Gebet einer trauernden Großmutter

Hundertfach dringen täglich stille Schreie in mein Ohr. Es sind die Schreie von Kindern, die im Mutterleib grausam getötet werden. Sie sind winzig und klein, schutzlos, hilflos und allein. Ihr Herz schlägt ganz fein. Sie sind ein fertiges Wesen. Ich höre sie rufen: Lieber Gott, ich will nicht sterben, steh mir bei. Ich möchte unter den Lebenden bleiben. Gott unser Herr, erhöre ihr Rufen und Flehen. [Ursula Goße 2010]






Gebet für Schwangere im Konflikt

Herr unser Gott, angesichts der Tötung von Millionen ungeborener Kinder im Mutterleib haben wir uns schuldig gemacht. Wir haben geschwiegen, wo wir unsere Stimme hätten laut erheben müssen. Wir waren untätig, wo nachhaltiges Handeln angebracht war.

Herr, wir bitten Dich:

In unserer Verfassung wird das Lebensrecht des ungeborenen Menschen von seiner Zeugung an verbürgt. Dieses Recht wird seit nunmehr über 15 Jahren durch die Gesetzgebung des Bundes gebrochen.

Herr, laß unsere gewählten Politiker im Bundestag und unsere Bundesregierung sich dieser Tatsache und der großen Verantwortung, die sie tragen, bewusst werden.

In der Summe sind in den letzten 15 Jahren mindestens 2 Millionen ungeborene Kinder im Mutterleib getötet worden. Schließt man die Dunkelziffer bei den Abtreibungen mit ein, erhöht sich die Zahl der Tötungen auf etwa 4,5 Millionen. Dies führt mittelfristig zum Ausbluten unserer Gesellschaft und ist bevölkerungspolitisch nicht verantwortbar.

Herr, laß die Bevölkerungspolitiker diese Zusammenhänge erkennen und verstehen. Gibt ihnen die Einsicht, die Kraft und Entschlossenheit, diesen Zustand zu beenden.

Zum Zeitpunkt der Abtreibung in der 8 bis 12 Schwangerschaftswoche schlägt das Herz des ungeborenen Kindes bereits 140 mal in der Minute. Im Gehirn sind die ersten Verknüpfungen von Nervenzellen nachweisbar. In der 11. Schwangerschaftswoche haben sich Körper und Kindergesicht ganz individuell ausgebildet. Das Kind im Mutterleib ist bereits 6 cm groß.

Herr, laß die Verantwortlichen in unseren Kirchen ihre mahnende Stimme für den Lebensschutz der ungeborenen Kinder erheben und die Abtreibung als unmenschliche Tötung und Eingriff in die Schöpfungsordnung erkennen und das auch so benennen.

Der Anspruch des seiner zeitigen Konzeptionswechsels von der strafrechtlichen Indikationslösung hin zu einem Beratungskonzept für schwangere Mütter war hoch. Durch die Beratung sollte die Frau ihre Verantwortung erkennen und für die Austragung des Kindes gewonnen werden. Das Ergebnis dieses neuen Konzeptes: über 110.000 ungeborene Kinder (mit Dunkelziffer etwa 300.000 Kinder) werden in Deutschland jährlich bei Schwangerschaftsabbrüchen auf unmenschliche Weise getötet.

Herr, laß die Verantwortlichen in Politik, Rechtsprechung, Medizin und anderen Wissenschaften erkennen, dass das neue Konzept gescheitert ist und eine neue Grundordnung gefunden werden muss.

Die oft schwer wiegenden vielfältigen gesundheitlichen, seelischen und mentalen Folgen eines Schwangerschaftsabbruches werden vielmals verharmlost oder verschwiegen.

Herr, laß die sozialen Bindungen zwischen der Schwangeren einerseits und dem Kindsvater, den Eltern, den Geschwistern, den Großeltern und den Freunden andererseits erkannt werden. Herr, laß alle, die von einer konkreten Notlage einer schwangeren Frau wissen, sich ihrer Verantwortung bewußt sein.

Die zu beratenden Frauen überblicken in ihrer besonderen außerordentlichen Situation kaum noch, welche Folgen ihre Entscheidung abzutreiben für ihr zukünftiges Leben und ihre ganze Familie haben wird.

Herr, laß sie einen klaren Kopf bewahren, gib ihnen lebensbejahende Berater und Beraterinnen, nimm ihnen die Zukunftsangst und laß sie in Deiner Liebe aufgehoben sein.

Es sind keine Lebenshilfen und Bewältigungsstrategien für die betroffenen Frauen und deren soziales Umfeld in ausreichendem Maß vorhanden. Die Pflichten der Kindsväter und deren gefühlsmäßige Zuwendung zu seinem ungeborenen Kind sind oft unterentwickelt. Die Adoptionsmöglichkeiten sind verbesserungswürdig.

Herr, schenke den Schwangeren und den Kindsvätern die richtige Einsicht in ihr Handeln. Stärke die Liebesbande zwischen jungen werdenden Eltern. Laß sie in besonderen Situationen einer Adoption zustimmen. [Achim Goße 2010]